Englisch in der Werbung

board-928378_1280Back to School – Englisch in der Werbung

Jetzt spriessen sie wieder, die englischen Werbebotschaften. Überall hängen „Back to School“-Plakate in den Schaufenstern und wollen uns zum Schulbeginn neue Schultaschen, Etuis, Farbstifte, Hefte und vieles mehr verkaufen.

Warum setzen eigentlich Werber immer wieder auf englischsprachige Slogans? Klar, das Englische ist manchmal prägnanter. Wortspiele verlocken ebenso zum Englischen wie schlichte Gewohnheit. Man braucht nur das Radio einzuschalten und wird wohl 90% englischsprachige Lieder (Songs) hören. Die Hitparade wurde schon lange durch die Charts ersetzt und der Schweizer Musikpreis heisst heute Swiss Music Award.

Doch mal ganz ehrlich, verstehen Sie wirklich gut genug Englisch, um alle diese Botschaften zu verstehen? In diesem Zusammenhang hört man auch manchmal von „falschen Freunden“. Diese haben aber nichts mit betrügerischen Kollegen zu tun, sondern sind Übersetzungsfehler. Wörter, die ähnlich oder gleich klingen in Englisch und Deutsch, aber in jeder Sprache eine andere Bedeutung haben.

Ich habe hier einige zusammengestellt:

Deutsch Englisch Falscher Freund Heisst wirklich
Art way, sort, kind art Kunst
bekommen to get to become werden
Brief letter brief Kurz
engagiert committed engaged verlobt
fast almost fast schnell
Gift poison gift Geschenk
Konfession religion, denomination confession Beichte, Geständnis
konkret specific concrete Beton
Handy mobile phone (GB),
cell phone (US)
handy handlich, praktisch
meinen think mean bedeuten
ordinär vulgar ordinary gewöhnlich
pathetisch emotive pathetic lächerlich, albern
Zirkel pair of compasses circle Kreis

Wer das Thema vertiefen möchte, kann sich hier eine vollständigere Zusammenstellung ansehen.

Die deutsche Agentur Endmark führt alljährlich eine Studie durch zu diesem Thema. Dieses Jahr fragt die Studie „Übersetzt du noch oder fährst du schon?“ Natürlich geht es dabei um Autowerbung. Hier der Link dazu.

Also, bevor Sie sich einen lustigen englischen Spruch ausdenken, stellen Sie sicher, dass Sie nicht einem falschen Freund auf den Leim gehen.

Arbeiten an der Sonne

notebook-405755_1280Ein Platz an der Sonne

Sind Ihnen auch schon so tolle Videos begegnet im Internet, wo man Ihnen verspricht, dass Sie mit einem Internet-Business richtig reich werden können? Da wird immer jemand gezeigt, der am Palmenstrand sitzt, den Laptop auf dem Schoss und dort arbeitet, wo andere Urlaub machen.

So ein Sommer bietet sich direkt an, einmal zu probieren, ob das möglich ist. Nicht etwa das Geld verdienen im Internet, das überlass ich anderen. Aber das Arbeiten an der Sonne, das wollte ich doch schon immer mal.

Also den Laptop ausgepackt und raus auf die Terrasse. Am Morgen ist das toll. Es ist angenehm warm, die Sonne hat sich gerade über den Horizont erhoben. Langsam steigt sie höher und damit beginnen dann auch meine Schwierigkeiten. Es blendet, auf dem Bildschirm ist kaum noch etwas zu erkennen.

Also den Sonnenschirm aufspannen. Dann arbeitet es sich wieder fast normal. Nur wird es immer wärmer. Auch wenn der Sonnenschirm die direkten Sonnenstrahlen abhält, so wird es auf der Terrasse immer heisser. Der Schweiss tropft von meiner Stirn. Zum Glück nicht in die Tastatur. Aber es wird unangenehm. Etwas Kühlung muss her. Da muss doch noch irgendwo ein Ventilator herumstehen.

Doch kaum läuft der Ventilator, schalte ich ihn auch wieder aus und jage meinen Notizen hinterher, die er davongeweht hat. So ein Mist! Sie sind überall verstreut, im Rasen, in der Hecke zum Nachbargrundstück.

Also muss ich halt von innen kühlen. Ein kaltes Glas Eistee müsste Linderung bringen. Aber leider nur kurz. Sobald ich wieder am Laptop sitze, läuft der Schweiss wieder.

Und jetzt sind auch die Wespen aufgestanden. Angelockt vom Süssgetränk schwirren sie um meinen Kopf. Ein ständiges Summen und Brummen. Einfach nur lästig. Unmöglich, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Irgendwann gebe ich auf. In meinem Büro ist es jetzt merklich kühler als draussen an der prallen Sonne. Gut, die Aussicht ist nicht ganz so toll, aber ich kann mich wieder ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Ich schaffe in der gleichen Zeit doppelt so viel. Vielleicht mache ich heute einfach eine Stunde früher Feierabend und geniesse dann noch die Sonne, ohne mich von der Arbeit ablenken zu lassen?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!

Das haben wir aber anders gelernt…

glasses-272399_1280Das haben wir aber anders gelernt…

Alle haben wir einmal eine Schulbildung geniessen dürfen und dabei war auch das Fach Deutsch vertreten. Wir haben uns abgemüht mit der verwirrenden deutschen Grammatik, mit der nicht immer so einfachen Orthografie und natürlich mit den Satzzeichen.

Für die meisten war das dann auch noch vor der Rechtschreib-Reform, die 1996 zum ersten Mal Verwirrung stiftete und mit Korrekturen 2004 und 2006 definitiv gültig wurde. Das Durcheinander scheint also unvermeidlich.

 

Vor ‚und‘ hat es nie ein Komma

Das kann man so nicht sagen. In einer Aufzählung werden tatsächlich die einzelnen Punkte mit Kommas getrennt und der letzte Punkt ohne Komma, dafür mit einem ‚Und‘ verknüpft. Wer jetzt vor lauter Punkt, Komma und Und bereits den Überblick verloren hat, soll sich nicht beunruhigen. Das kann vorkommen, und zwar öfter als man denkt. Mooooment! Wieso stand da jetzt ein Komma vor dem Und? Ganz einfach, weil die nachgestellte Erläuterung ‚und zwar‘ mit einem Komma abgetrennt wird. Ebenso hier: Es wird Zeit, dass es weitergeht, und das bald einmal.

Wortwiederholungen sollten auf jeden Fall vermieden werden

Richtig eingesetzt, können Wortwiederholungen durchaus sinnvoll sein. Sie können als Stilmittel genutzt werden, um einen Sachverhalt zu betonen oder etwas Gewicht zu verleihen.

Sie, lieber Kunde, sind uns wichtig, weil Sie unseren Lohn bezahlen, weil Sie dafür sorgen, dass es uns gut geht, und im Gegenzug sorgen wir dafür, dass Sie an unserem Produkt Freude haben, dass Sie damit rundum zufrieden sind.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Internet. Wer bei Suchmaschinen gefunden werden will, muss auch auf die so genannte Keyword-Dichte achten. Das heisst, dass ein Suchbegriff auf einer Seite am besten mehrmals vorkommen soll. Man sagt, dass eine Keyworddichte von 3 – 5% ideal ist, das heisst, dass die Keywords 3 – 5% des Textvolumens ausmachen sollten.

Deutschlehrer sind keine Werber, Journalisten auch nicht unbedingt

Wären sie es, hätten manche vielleicht mehr Freude an der deutschen Sprache. Aber Spass beiseite: Was in der Werbung funktioniert, muss nicht zwingend eine schöne oder gar poetische Sprache sein. Es gibt viele herausragende Schriftsteller, die aber nicht zwingend auch gute Werber sein müssen.

Ebenso die Journalisten. Diese können sehr gut über ein Ereignis oder auch über eine Sache berichten. Sie sind es gewohnt, mit Wortbildern zu arbeiten und lebendige Wörter zu nutzen. Nur ist es eben noch einmal etwas anderes, wenn es darum geht, in Lesern einen Wunsch nach einem Produkt zu wecken. So kann es sein, dass selbst Journalisten bei der Aufgabe scheitern, ein Produkt zu vermarkten.

 

 

La Grande Nation

140420151937La Grande Nation

Manchmal braucht Ihr Texter auch Erholung, vorzugsweise irgendwo am Meer. An Ostern wurden also die Koffer gepackt und frühmorgens der Weg nach Frankreich unter die Räder genommen. Wir hatten uns eine richtige „Tour de France“ vorgenommen.

Die ganze Familie ist begeistert von den verspielten Schlössern entlang der Loire. Das alleine würde schon die zwei Wochen Ferien komplett ausfüllen. Wir haben aber nur gerade eine Übernachtung in der Region geplant. Wie findet mal also die schönsten Schlösser? Das Internet weiss Rat: Direkt in Amboise (wo selbst ein schönes Schloss steht), gibt es die Ausstellung „Mini-Châteux Val de Loire“ (Link). Fast dreissig Modelle geben einen guten Überblick über die schönsten Schlösser.

Dann geht die Fahrt weiter. Die Bretagne ist unser Ziel. Mit den Kindern einmal die Hinkelsteine in Carnac anzusehen und eine kurze Tour mit dem Auto und zu Fuss entlang der Côte Sauvage Richtung Quibéron. Schönes Wetter und milde Frühlingstemperaturen machen Lust auf den Sommer. Es gefällt uns dort so gut, dass wir noch um einen Tag verlängern.

Mit einer Übernachtung in Les-Sables-d’Olonne und einem gemütlichen Spaziergang bereiten wir uns auf die wärmeren Temperaturen im Süden vor. Und am nächsten Tag nehmen wir das nächste Teilstück unter die Räder: bis nach Arcachon. Zuerst eine 3-stündige Wanderung durch das grosse Vogelschutzgebiet, wo im Laufe des Jahres um die 300 (Zug-)Vogelarten nach Nahrung und einem Rastplatz suchen. Und weil wir gerade so fit sind, machen wir uns am gleichen Tag noch auf zur grössten Sanddüne Europas. Die ist auch wirklich eindrücklich. Rund 100 m hoch und 2.5 km lang ist sie. Mehr Infos und tolle Bilder gibt’s hier.

Im Internet-Zeitalter wird natürlich das Arbeiten auch flexibler. Und so kann es denn durchaus vorkommen, dass mich Aufträge auch in den Ferien erreichen. Ich nehme mir also zwei Abende Zeit, um zu arbeiten. Spannende Aufträge, worüber ich hier aber nichts weiter sagen möchte.

Und dann ging es dann ganz nach Süden. Vom Atlantik weiter zum Mittelmeer. In der Provence machten wir unseren nächsten Zwischenhalt. In Grau-du-Roi, um genau zu sein. Dieses kleine Dorf, von Mittelmeer und Sumpfgebiet umgeben, wo noch wilde Flamingos leben, hat mit „Grau“ wirklich nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, es bot einen wunderbaren Strand. Genau richtig, um noch einmal richtig Sonne zu tanken, bevor es wieder nach Hause ging.