Haben Sie alle Sinne beisammen?

Diese Frage sollten Sie sich unbedingt stellen, wenn Sie einen Text schreiben. Natürlich soll das nicht heissen, dass Sie nicht alle Tassen im Schrank haben oder nicht mehr ganz klar sehen. Vielmehr soll das heissen: Achten Sie darauf, dass jeder Mensch über fünf Sinne verfügt. Und jeder Mensch hat seinen primären Sinn, normalerweise einer von diesen dreien: visuell, auditiv oder kinästhetisch.

Visuelle Menschen sehen den springenden Punkt

Diese Gruppe ist vermutlich die grösste. Dazu gehören normalerweise auch diejenigen Menschen, die Ihre Werbung gestalten: die Grafiker, die Gestalter, die Typografen etc. Visuelle Menschen formulieren ihre Sätze eher mit visuellen Wörtern: «Ich sehe, was sie meinen.» «Ich blicke da nicht durch.» «Er ist ein heller Kopf.» Wenn Sie nun in Ihrem Text zu wenige von diesen visuellen Wörtern haben, kann es sein, dass Sie nicht «wahrgenommen» oder «ausgeblendet» werden. Schade um ihre wunderschön produzierte Werbung.

Auditive Menschen hören auf jedes kleine Detail

Ich werde mich jetzt hier mal outen: Ich bin ein sehr auditiver Mensch. Ich lerne am besten durch Zuhören. Darum suche ich auch immer das persönliche Gespräch mit meinen Kunden. Ich höre aus Ihren Sätzen heraus, was Ihnen wichtig ist – und natürlich auch, welches Ihr bevorzugter Sinn ist. Bei mir kommen oft Sätze wie diese: «Das klingt interessant.» «Das hört sich gut an.» «Lassen Sie uns darüber reden.» «Das habe ich überhört.»

Kinästhetische Menschen spüren genau, worauf etwas hinaus läuft

Die dritte grosse Gruppe will alles spüren, sie sind körperbetont und oft sehr ruhig. Sie sprechen überlegt, richten die Aufmerksamkeit oft nach innen. Oft arbeiten diese Menschen in Berufen, die dazu passen: im Gesundheitswesen, im Sozialen, im HR. Sie erkennen kinästhetische Menschen an Sätzen wie diesen: «Das berührt mich gar nicht.» «Daran halte ich fest.» «Irgendetwas blockiert mich hier.» «Es fällt mir schwer, diesen Standpunkt zu verstehen.»

Olfaktorische und gustatorische Nuancen bringen die Würze hinzu

Die letzten beiden Gruppen treten oft nur als untergeordnete Teile der oberen drei Persönlichkeitstypen auf. Wenn sich immer mal wieder olfaktorische Sinneswahrnehmungen (riechen) oder gustatorische (schmecken) in der Sprache zeigen, klingt das so: «Es stinkt mir.» «Das schmeckt mir gar nicht.» «Das riecht nach Ärger.» «Das ist süss.»

Nutzen Sie alle Sinne beim Schreiben

Sie sehen, jeder Mensch nimmt Ihre Botschaft anders wahr. Die einen erkennen sofort, worum es geht, für andere klingt es vielleicht interessant, wieder andere spüren, dass Sie es ehrlich meinen. Darum sollten Sie darauf achten, dass alle Sinne im jeweiligen Text vertreten sind. Werfen Sie doch während des Schreibens ab und zu mal einen Blick in den Thesaurus und lassen Sie sich inspirieren.

Haben Sie alle Sinne beisammen?

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.